Bronze für Luis, David & Hannah bei europäischer Club Europameisterschaft











foto credit: Rafal Oleksewicz

 

Drei Beueler BundesligaspielerInnen sichern sich im polnischen Bialystok bei der Club Europameisterschaft mit ihrem italienischen Club Piume d’Argento eine Medaille.

Ok, what? Polen, Italien, Club Europameisterschaft. Was es damit auf sich hat, wird im folgenden Text genauer aufgedröselt:

 

Seit der Saison 2020/2021 ist es BundesligaspielerInnen möglich, neben der deutschen Bundesliga auch an einer weiteren Liga in Europa teilzunehmen. In der abgebrochenen „Corona-Saison“ von 20/21 entschlossen sich daher Luis und Hannah dazu diese Möglichkeit auszuschöpfen. Sie kamen über Luis Bekanntschaften aus seinem Erasmusjahr 2015 mit dem sizilianischen Verein Piume d’Argento, zu deutsch „Silber Federn“, in Kontakt und erreichten in ihrer ersten Saison für den süditalienischen Verein den vierten Platz. Dort machten sie unter anderem auch Bekanntschaft mit dem Doppelspieler David Salutt, der seit der Saison 21/22 dann auch für die Beueler Erste an den Start geht.

Dieses Jahr in der Saison 2022 schlugen die drei wieder für beide Teams auf - sowohl das italienische, als auch das Beueler Team. Mit Piume schafften sie beim Final-Four-Turnier Mitte Mai in Mailand die italienische Vizemeisterschaft, wodurch sie sich für die Club Europameisterschaft in Bialystok (Polen) qualifizierten.

Und genau diese Europäische Clubmeisterschaft fand vergangene Woche statt. Neben David, Luis und Hannah, gehörten zum Team der Silberfedern die EinzelspielerInnen Anna Mihalkova aus der Ukraine und Martin Bundgaard aus Dänemark.

Insgesamt waren 16 Teams aus acht verschiedenen Nationen am Start. Für die Club Europameisterschaft qualifizieren sich immer nur die ersten beiden Teams der jeweiligen europäischen Ligen.

Für das italienische Team war der Start ins Turnier gut gelungen. Die Spiele in der Gruppenphase gegen Norwegen, Litauen und Estland wurden am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ausgetragen und wurden von dem Team aus Palermo dominiert. Damit war eine gute Ausgangslage für das Viertelfinale gesetzt. Bei der Zulosung der zweitplatzierten der Gruppenphase schien das Glück aber nicht mit den Silberfedern zu sein. Ihnen wurde die vermutlich stärkste zweitplatzierte Mannschaft der Gruppenphase zugelost: BK 1973 Benátky Nad Jizerou aus Tschechien.

Klar war also, dass das Viertelfinale am Freitag morgen, welches über den Einzug ins Halbfinale und somit über eine Medaille entschied, ein harter Kampf werden würde. Und so kam es auch: in einem spannenden Mixed setzten sich David und Hannah gegen Stallwood/Zuzáková im dritten Satz zu 18 durch. Im Herreneinzel musste sich Martin Bundgaard dem Tschechen Milan Dratva geschlagen geben. Das Dameneinzel des tschechischen Teams hatte sich leider am Vortag verletzt, sodass Anna kampflos einen Punkt für Piume holen konnte. Zwischenstand nach dem Dameneinzel: 2:1 für Piume. Ein weiterer Sieg würde dem Team eine Medaille bescheren. Luis und David spielten ein fantastisches Doppel gegen Stallwood/Dratva, mussten sich aber in drei knappen Sätzen geschlagen geben. Es ging ins entscheidende Damendoppel. Und dieses hatte es in sich: eine Achterbahn der Gefühle für alle, die von außen zuschauen mussten. Ein guter Start in den ersten Satz, der aber nicht ausreichte um diesen zu gewinnen. Eine hohe Führung in Satz zwei (16:11) wandelte sich schlagartig in einen Rückstand (16:17). Mit dem Rücken zur Wand drehten Hannah und Anna aber den Spieß um und gewannen Satz zwei mit 21:18. Und erneut: Bei 10:14 im entscheidenden Durchgang sah alles nach einem tschechischen Sieg aus. Aber wiederholt stemmten sich Hannah und Anna gegen die Niederlage und gewannen nach 55 Minuten Spielzeit 21:18. Damit sicherten sie den finalen Punkt für das italienische Team – die Freude über die sichere EM Medaille nach knapp vier nervenaufreibenden Stunden hartem Kampf war gigantisch.

 

Das einzige Problemchen was sich nach dem gewonnenen Viertelfinale auftat, war, dass es nach zwei Stunden Pause schon mit dem Halbfinale gegen Frankreich weiter ging. Die anderen Viertelfinals waren alle nach zwei Stunden vorbei, sodass die Silberfedern den Zeitplan des Veranstalters ordentlich durcheinander gebracht hatten.

Im Halbfinale gingen David und Hannah wieder im Mixed an den Start. Mit acht Spielen in den Knochen mussten sie sich dem französischen Mixed in zwei Sätzen geschlagen geben. Martin Bundgaard konnte aber im Herreneinzel triumphieren. Zwischenstand 1:1. Kurz keimte Hoffnung auf - würde es für die nächste Überraschung reichen?

Leider nein. Die Akkus waren leer und so musste Anna im Dameneinzel gegen die Französin Léonice Huet (Nummer 55 der Welt) nach gutem Spiel ebenso wie das dann vorentscheidende Herrendoppel die Überlegenheit der Franzosen anerkennen. Somit endete die Reise für das Team aus Palermo im Halbfinale.

Müde aber überglücklich wurden am nächsten Tag bei der Siegerehrung die Bronzemedaillen in Empfang genommen, bevor es sonntags wieder in Richtung Heimat ging.

 

„Die Atmosphäre im Team war wirklich sehr besonders. Wir haben einen unglaublichen Teamgeist entwickelt und sind einfach total glücklich mit einer Medaille nach Hause zu fahren“ resümierte die Team-Kapitänin der Beueler Ersten, Hannah Pohl, zufrieden.

 

Auch Luis La Rocca, Team-Kapitän der Zweiten in Beuel, zeigte sich sehr glücklich:

„Überhaupt an den European Club Championships teilzunehmen, war für mich schon eine große Sache. Und dann auch noch mit so einem tollen Team, dass mich bis ins Halbfinale trägt - das ist einfach Wahnsinn. Super Leistung von der ganzen Truppe!“

 

Hier geht’s zu den Ergebnissen: