2 mal Bronze und der beste Battle Cry Europas

Vom 18. Juli bis 1. August fanden in Salerno, Italien die European University Games statt. Das größte europäische Multisport-Event für Studierende wird alle zwei Jahre ausgetragen und bringt Athletinnen und Athleten aus zahlreichen Nationen und Sportarten zusammen. Während in einem Jahr die einzelnen Sportarten ihre jeweiligen europäischen Hochschulmeisterschaften austragen, werden im darauffolgenden Jahr bei den EUSA Games alle Sportarten an einem gemeinsamen Austragungsort gebündelt.

Genau dieser sportartenübergreifende Austausch macht den besonderen Reiz der Veranstaltung aus: Gemeinsame Unterkünfte, eine zentrale Mensa und zahlreiche Begegnungen mit Sportlerinnen und Sportlern anderer Disziplinen sorgen für eine einzigartige Atmosphäre, die weit über den sportlichen Wettbewerb hinausgeht.


6 Beuelerinnen und Beueler vertreten Deutschland

Für die Teilnahme an den EUSA Games qualifiziert sich in Deutschland der Sieger der Deutschen Hochschulmeisterschaften im Teamwettbewerb. Der Zweitplatzierte erhält einen Reserveplatz, da viele Nationen zwei Mannschaften entsenden dürfen.

In den vergangenen beiden Jahren gingen die Startplätze an die Universität Bonn sowie die Deutsche Sporthochschule Köln. Entsprechend stark war auch die Beteiligung des 1. BC Beuel: Für Köln standen Moritz Rappen, Lucie Wagner, Lennart Konder und (ehemals Beueler) Dorian Tihi auf dem Feld. Im Team Bonn vertraten Annika Meyer, Ben Gatzsche, Deniz Songör & (ehemals Beueler) Philip Bußler ihr Hochschulteam.


Team Köln überrascht mit Bronze

Foto: adh

Die Erwartungen im Kölner Team waren vor dem Turnier bewusst zurückhaltend. Ein Platz im Bereich der Top 11 wäre bereits ein großer Erfolg gewesen. Doch mit starken Leistungen, einer guten Portion Selbstvertrauen und auch etwas Glück bei der Auslosung entwickelte sich das Turnier zu einer echten Erfolgsgeschichte.

Zum Auftakt setzte sich Köln knapp mit 3:2 gegen Eindhoven durch. Es folgte ein wichtiger 4:1-Erfolg gegen ein starkes Team aus Slowenien – rückblickend das Schlüsselspiel der Gruppenphase. Im letzten Gruppenspiel ließ Köln beim 5:0 gegen London nichts anbrennen und sicherte sich überraschend den Gruppensieg.

Damit zog das Team direkt ins Halbfinale ein und hatte bereits eine Medaille sicher, da bei den EUSA Games kein Spiel um Platz drei ausgetragen wird. Am Ende durfte sich die Mannschaft über die Bronzemedaille freuen!

Für einige Teammitglieder waren es zugleich die letzten EUSA Games ihrer Hochschulkarriere. Umso schöner, dass jahrelange Arbeit und zahlreiche gemeinsame Turniere mit einem solchen Erfolg gekrönt wurden – ein echter Full-Circle-Moment.


Bonner Herrendoppel gewinnt Bronze

Auch das Team der Universität Bonn konnte sportliche Erfolge feiern. Für die Bonner Mannschaft waren es bereits die zweiten EUSA Games.

Besonders erfolgreich verlief das Turnier für Philip Bußler und Ben Gatzsche im Herrendoppel. Nach einem beeindruckenden Achtelfinalsieg gegen ein starkes norwegisches Duo kämpften sie sich mit einem knappen Erfolg gegen Slowenien ins Halbfinale vor. Dort war zwar Endstation, doch die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten: die Bronzemedaille bei den European University Games.

Im Damendoppel und im Mixed kamen die Bonner jeweils ins Achtelfinale.

Im Mannschaftswettbewerb wurde das Bonner Team in eine sehr starke Gruppe gelost und musste dabei direkt gegen den späteren Finalisten Bordeaux antreten. Als Gruppenletzter gingen sie als Underdog in die letzten Spiele und gewannen sie alle – am Ende belegte die Universität Bonn dann den 16. Platz.

Der „Preis der Herzen“ geht nach Köln

Neben den sportlichen Wettbewerben werden bei den EUSA Games auch besondere Auszeichnungen vergeben. Im Badminton gibt es traditionell einen Preis für den besten Battle Cry – für viele Teilnehmende der eigentliche „Preis der Herzen“.

Vor jedem Mannschaftsspiel präsentieren die Teams ihre Battle Crys. Was als gemeinsamer Anfeuerungsruf beginnt, entwickelt sich häufig zu kreativen Choreografien mit Tanz, Gesang und jeder Menge Humor.

In diesem Jahr sicherte sich Team Köln den Sieg in dieser besonderen Wertung und setzte damit die Krone auf eine lange Geschichte außergewöhnlicher Battle Crys. Tatsächlich waren es die Kölnerinnen und Kölner selbst, die diese Tradition bei den EUSA Games ins Leben gerufen haben. Bereits 2022 in Łódź sorgten sie (auch dort schon mit vielen Beuelern) mit einem „Raketenstart“-Battle-Cry für Begeisterung. Die Idee verbreitete sich schnell über die gesamte Veranstaltung, sodass mittlerweile Teams aus ganz Europa mit Moshpits, Harlem Shakes und anderen kreativen Einlagen für Stimmung sorgen.

Und wer regelmäßig unsere Bundesliga-Heimspiele in der Erwin-Kranz-Halle besucht, kennt die Tradition bereits: Auch dort wird vor den Bundesliga-Partien gerne die ein oder andere Showeinlage präsentiert. Eine kleine, verrückte Idee aus dem internationalen Hochschulsport, die längst ihren Weg zurück nach Beuel gefunden hat und bis heute für Zusammenhalt und gute Stimmung sorgt.

Mit insgesamt 6 Beuelerinnen und Beuelern bei den EUSA Games, zwei Bronzemedaillen und einem preisgekrönten Battle Cry war Salerno 2026 aus Sicht des 1. BC Beuel ein voller Erfolg – sportlich wie auch menschlich.

Autor
Bild von Larissa Uessem

Larissa Uessem

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